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Weisse Dahlien im 

Vorgarten - Dahlien-

salat ist eine Delika-

tesse! (Die Blüten-

blätter mehrerer 

grosser Blüten (am 

besten geeignet:

Kaktusdahlien) aus-

zupfen, waschen und 

mit einer Marinade 

aus Balsamessig, Oliven-

öl, Dijonsenf, Salz u. 

Pfeffer anrichten)

 

 

 

 

 

 

Blüten und Blätter 

der Kapuzinerkresse 

sind essbar


Blüten zum Anbeißen

Kulinarisches aus meinem Blumengarten

 

Haben  Sie als Kind auch ab und zu "von der Wiese gegessen"? Meine Freundin und ich liebten es, aus den roten Blüten des Wiesenklees den süssen Nektar zu "zutschen" oder von den Blättern des wilden Sauerampfers oder des Waldsauerklees zu naschen. Und noch heute sehe ich die Mutter meiner Freundin im Frühjahr "Schlippe" sammeln, Blätter einer Pflanze, die zur Blütezeit ganze Wiesen rosa färbte und die wir "Zahnbürstchen" nannten. Die "Schlippe" wurden wie Spinat zubereitet, schmeckten aber viel besser. 

 

Ich lernte also schon als Kind, dass viele Blumen nicht nur hübsch anzusehen sind, sondern auch kulinarisch munden. Ebensogut lernte ich aber auch, dass die im Frühling massenhaft blühenden Buschwindröschen, die rosa Blüten der Herbstzeitlose und die verführerisch gelben Blütenkaskaden des Goldregens keinesfalls für unsere kulinarische Probierstube geeignet, sondern hochgiftig waren. Dennoch liebten wir Kinder sie. 

 

Als ich viele Jahre später meinen ersten Garten hatte, habe ich sie alle um mich versammelt, die giftigen und die essbaren Schönheiten, aber ich gebe zu, dass ich meine Blumenrabatte nicht nur aus ästhetischen, sondern immer auch unter kulinarischen Aspekten betrachtet habe. Ich wusste, dass Gänseblümchen gesund sind und dass man aus Löwenzahnblättern einen leckeren Salat machen kann. Aber was war mit all den anderen Blumen? Entsprechende Literatur zu finden, erwies sich als recht schwierig - in den meisten Büchern stand nicht viel mehr, als ich bereits wusste. Und selbst das schien eine Sensation zu sein - jedenfalls gab´s immer wieder staunende Gesichter, wenn ich Salate oder andere Speisen mit Blüten aus meinem Garten dekorierte. 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Traum in Himmelblau -

morgendliche Blüte 

der (essbaren) Wegwarte

(vorn), dahinter im Kübel:

Plumbago (nicht essbar!)

 

 

 


 

 

Duft nach Anis und

Tangerine: Tagetes 

Yaughtli (oben) und Ta-

getes Orange Gem 

(unten)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwei hübsche Blüten - 

ein kulinarischer Genuss:

Taglilie (oben rechts) 

und (Kletter-)Zucchini

(unten) 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Garten auf den 

Tisch: gefüllte

Zucchinistreifen mit

Tomaten und Tagetes-

blüten

 

 

 

 

 

 

Gefüllte Zucchini mit 

Taglilie und zur Ver-

zierung ein paar "bunte"

Tomaten 

 

Oft wird ja beklagt, dass altes Wissen um die Dinge verloren geht, dass den Menschen die Nähe zur Natur mehr und mehr abhanden kommt, aber in Bezug auf essbare Blumen ist eine erfreuliche Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung festzustellen. Zwar gibt es immer noch recht wenige Menschen, die wie ich ihre Blumenrabatte als Gemüsebeet "missbrauchen", aber immer mehr wissen immerhin, dass es möglich ist. Und die Literatur zum Thema "essbare Blumen" hat erfreulich zugenommen.

 

Zum Schluss ein paar Antworten auf Fragen, die mir immer wieder gestellt werden: 

 

 

Kann ich auch gekaufte Blumen essen? 

 

Nein. Blumen aus dem Laden werden nicht für Ihren Gaumen, sondern für Ihre Augen angebaut, und dementsprechend wird bei der Anwendung von Schädlingsbekämpfungs- und anderen Mittelchen nicht darauf geachtet, ob sie für menschliche Verdauungsorgane geeignet sind! Übrigens versteht es sich von selbst, dass Sie auch von Ihrer Terrasse, Ihrem Balkon oder aus Ihrem Garten nur dann unbesorgt Blumen naschen können, wenn die Giftspritze im Schrank bleibt. 

 

 

Wie werden die Blumen zum Essen "verarbeitet"? 

 

Sowenig wie möglich! Für Dekorationszwecke können Sie einfach die - unter Wasser abgespülten - Blüten im Ganzen verwenden (bei kleinen Blumen wie Veilchen, Gänseblümchen, essbaren Tagetes, Kapuzinerkresse) oder aber die Blütenblätter abzupfen (empfiehlt sich bei allen "kompakten" Blüten wie Ringelblumen, Rose, Kamelie, Dahlie). 

Bitte untersuchen Sie die Blüten vor der Verwendung genau auf eventuelle "heimliche Gäste". Insekten lieben die leckeren Blüten nämlich auch! 

 

 

Welche Blumen aus meinem Garten kann ich essen? 

 

Wahrscheinlich wesentlich mehr, als Sie glauben! Hier eine Auswahl: 

 

- Schlüsselblume

- Veilchen (die duftenden Veilchen, die im Frühling massenhaft unter Büschen wachsen, bereichern vor allem Blattsalate nicht nur mit herrlich blauen Farbtupfern, sondern auch mit ihrem unvergleichlichen Aroma)

- Gänseblümchen (schmecken gut am Salat und sind sehr gesund!)

- Löwenzahn (aus den Blüten lässt sich ein toller Honig machen, aus den Blättern ein schmackhafter Salat) 

- Ringelblume (die ausgezupften orangefarbenen und gelben Blütenblätter sehen als Dekoration sehr apart aus)

- Rosen (bereichern nicht nur durch ihre Farbe, sondern auch durch ihren Duft)

- Kapuzinerkresse (Blätter und Blüten schmecken kresseartig)

- Margarite

- Dahlie (Dahliensalat ist eine Delikatesse!)

- Sonnenblume

- Obstblüten (Kirsche, Apfel, Birne ...)

- Blüten aller essbaren Kräuter (Lavendel, Borretsch, Schnittlauch, Salbei, Thymian ...)

- Taglilie (schmecken wunderbar knackig-nussig)

- Zucchiniblüten (lassen sich toll füllen!)

- (essbare) Tagetes, z. B. "Orange Gem" mit Orangenaroma

- Kamelie (bieten im Winter/Vorfrühling schon Buntes auf dem Teller)

- Heliotrop (in Weiss oder Violett, wunderbares Vanillearoma)

- Chrysanthemen 

- Wegwarte (die herrlichen hellblauen Blüten schliessen sich zum Mittag!) 

- Duftpelargonien (die hübschen Blüten, aber auch die Blätter aromatisieren Tees und Süssspeisen) 

 

.... und zum Schluss ein literarisches Lesehäppchen, in dem es nicht nur um (m)einen alten Garten, sondern auch um allerlei Essbares geht :)

 

Romanprojekt "Verbotener Garten"

 

 

In jedem Falle: Guten Appetit! 

PS: Ach ja, die "Schlippe" und "Zahnbürstchen" aus meiner Kinderzeit heissen botanisch korrekt Polygonum bistorta - Wiesenknöterich. 

 

 

 

 

 

 

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