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Platz ist auf der kleinsten Fensterbank

Kräuter genießen drinnen und draußen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausdauerndes Basilikum (links)

und einjähriges Genoveser

Basilikum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschmack aus der Kindheit und

Erinnerung an einen Sommer:

Sauerklee, Oxalis, rosablühend

(links) und Currystrauch,

Helichrysum italicum, (rechts)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausdauerndes Eiskraut, Aptenia

cordifolia, wächst auch auf der

Fensterbank und schmückt sich 

im Sommer mit kleinen roten 

Blüten. Im Winter ist es leicht 

auf der Fensterbank zu halten. 

Die knackigen, zarten Blätter 

schmecken gut als Salatbeigabe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erreicht stattliche Ausmaße:

Piper auritum, Hoja Santa, 

mexika-

nisches Pfefferblatt (oben)

Wer es kleiner mag: Piper

sarmentosum, das Thailändische

Pfefferblatt, das auch auf der

Fensterbank wächst (unten)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch auf der Fensterbank 

hübsch anzusehen: Chili 

"Peruvian Purple"; die 

Schoten können ganzjährig 

geerntet werden, z. T. 

trocknen sie direkt am 

Strauch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lecker als Tee und in 

der Suppe Pfefferminze 

(rechts) und 

Sauerampfer (links)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein (fast vergessener) und 

leicht zu kultivierender Genuß 

aus Omas Garten:

Rattenschwanzwürze

(wird ausgesät wie 

Radieschen 

und schmeckt ähnlich)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie mögen es gern sonnig

und gedeihen gut im Kübel 

auf der Terrasse: Genoveser

Basilikum, Grüne Paprika 

und Rosmarin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Statt Zuckerwürfel:

Aztekisches Süßkraut, 

Lippia dulcis, (oben)

und Stevia (Süßblatt, 

unten)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zitronenverbene, Lippia

citriodora,  - ein unschein-

barer Kübelbewohner,

ein wunderbar

zitroniger Teegenuß 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Immer frisch zur Hand, im 

Sommer draußen, im Winter

drinnen: Zimmerknoblauch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur wenige Quadratzentimeter

Platzbedarf für Aroma aus 

dem Süden: Thymianbeet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

... und dahinter Salbei (Mitte)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unverwüstlich und scharf -

Türkische Rauke, Bunias 

orientalis, (rechts)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kräuterbeet mit Natursteinen eingefaßt

 

Frische Kräuter aus dem eigenen Garten oder von der Fensterbank sind ein Genuss, den nichts Gekauftes ersetzen kann, selbst dann nicht, wenn es in Töpfchen im Supermarkt zu erwerben ist. Im Zimmer haben diese Pflanzen meist nur eine kurze Lebensdauer, was nicht nur an zu wenig Licht und zu viel Wärme, sondern auch daran liegt, dass diese "Topfkräuter" in Großgärtnereien in sehr kurzer Zeit herangezogen werden und im Prinzip für den schnellen Verzehr gedacht sind. Billiger kommt es, wenn man sich gleich für die plastikverpackte Variante entscheidet, vom Aroma und der Haltbarkeit her gibt das keinen großen Unterschied. Zugegeben, auch ich greife im Winter hin und wieder zu Supermarktkräutern, aber nur dann, wenn ich größere Mengen benötige. Für den täglichen Bedarf lässt sich ein "Kräuterbeet" auf kleinstem Raum anlegen, ja, viele Kräuter gedeihen sogar problemlos im Topf - auch auf der Fensterbank! 

 

Der Klassiker ist die Kresse, die in den allseits bekannten Kresseschalen am Fensterbrett herangezogen wird. Das geht spielend leicht, und wenn man in zwei Schalen abwechselnd sät, hat man immer frische Kresse zur Hand. 

Petersilie, Suppengrün (Sellerie) und auch Schnittlauch sind in begrenztem Maße frosttolerant, das heißt, wenn´s draußen nicht allzu kalt ist, können Sie weiterhin ernten. Während sich mein Schnittlauch im Dezember regelmäßig unter die Erde verkrümelt hat und erst Ende Februar wieder nach draußen lugt, kann ich von der Petersilie (glatte ebenso wie krause) und vom Sellerie je nach Wetterlage bis in den Januar ernten. Nur bei strengen Frösten ist die Freude erst mal vorbei. 

 

Gleiches gilt für Thymian und Salbei - wenn der Winter nicht allzu streng ist, kann man auch im Winter immer wieder ein paar Blättchen abzupfen. Wenn Sie ein kühles, helles Plätzchen im Haus haben (Schlafzimmer, unbeheizter Wintergarten, Diele, helles Kellerfenster), können Sie den ganzen Winter über Rosmarin ernten. Ich habe zwei Töpfe und ein kleines Bäumchen im Wintergarten stehen, und es umgibt mich jedes Mal ein wunderbarer Duft, wenn ich einige Spitzen kappe, um Rosmarin-Bratkartoffeln zu machen. 

 

Ein dankbarer Strauch, der sogar einige Minusgrade aushält, ist der Lorbeer. Genügsam in seinen Ansprüchen, mag er im Sommer ein halbsonniges bis sonniges Plätzchen, nimmt´s auch nicht übel, wenn man mal das Gießen vergisst, und im Winter schmückt er als immergrüner Strauch Diele oder Wintergarten. Wer einen Lorbeerstrauch hat, braucht nie wieder Lorbeerblätter zu kaufen! 

 

Ein anderes, sehr genügsames, und noch dazu leckeres und hübsch blühendes Kraut für drinnen und draußen ist der Zimmerknoblauch. Die Blätter erinnern entfernt an die Schöpfe der Grünlilie, riechen auffallend nach Knoblauch und schmecken auch danach. Man kann den - im Sommer mit rosa Blüten verzierten - Topfknoblauch am Fensterbrett oder sommers draußen im Halbschatten kultivieren. Die Triebe bleiben auch im Winter grün und können - kleingeschnitten - an alle Gerichte gegeben werden, die man ansonsten mit Knoblauch würzt. 

 

Wenn man Kräuter kultiviert, wird man immer wieder Vorlieben entwickeln. Ich mag die sogenannten Pfefferblätter, Hoja Santa, das Mexikanische und Piper sarmentosum, das Thailändische Pfefferblatt. Ersteres hat große, weiche Blätter und kann als Kübelpflanze stattliche Ausmaße erreichen, das zweite ist kleiner, wächst eher wie eine Ampelpflanze und gedeiht auch auf der Fensterbank. Die großen Blätter von Hoja Santa sind hervorragend geeignet, um Fisch darin einzuwickeln und dann im Ofen zu garen. Das Thailändische Pfefferblatt gibt Suppen und pfannengerührten Gerichten ein "asiatisches" Aroma. 

 

Wer es gern scharf mag, sollte unbedingt eine oder mehrere Chili-Sorten ausprobieren! Ich besitze seit Jahren ein kleines Bäumchen "Peruvian Purple", das im Sommer draußen und im Winter drinnen steht und ganzjährig scharfe schwarze bis rote Schoten trägt. Eine einzige genügt, um ein Essen zu würzen! Aber auch für Leckermäulchen hält die Natur ein Kräutlein bereit: Stevia, das Süßblatt. Um diese Pflanze, die seit einigen Jahren in Spanien versuchsweise angebaut wird, um sie für ihre Verwendung in der Nahrungsmittelindustrie zu testen, wird heftig gestritten. Steviablätter sind das traditionelle, praktisch kalorienfreie Süßungsmittel für Matetee, das Nationalgetränk Paraguays, und es ist schon bizarr, dass diese Pflanze in der EU nicht als Lebensmittel ausgelobt werden darf. Laut "Novel-Food-Verordnung" aus Brüssel ist sie zum Verspeisen nicht zugelassen. Und was nicht sein darf, kann eben nicht sein. Also: Freuen Sie sich an der hübschen Zierpflanze, und wenn zufällig ein Blättchen in Ihren Tee fällt ... Nun ja. 

 

Sehr lohnend für den Anbau an einem sonnigen Plätzchen im eigenen Garten oder als hübsches Arrangement in einem Kräutertopf auf der Terrasse sind die "Mittelmeerkräuter": Thymian, Salbei, Lavendel und - der schon erwähnte - Rosmarin. Diese Kräuter bekommt man im Supermarkt nur getrocknet, und selbst das Aroma der Herbes de Provence reicht nicht im entferntesten an den Duft heran, der Sie umgibt, wenn Sie einen Zweig dieser Kräuter schneiden. Eine ganz besondere Erinnerung verbindet sich für mich mit dem Duft des "Currykrauts": an einen unbeschwerten Sommerurlaub vor vielen Jahren in Südfrankreich. 

 

Der Duft - und damit das Aroma - ist für mich einer der Hauptgründe, mich mit Kräutern zu beschäftigen, und ich bin immer wieder erstaunt, was es alles Neues zu entdecken gibt. Und wie einfach man die herrlichsten Sachen herstellen kann! So gibt es für Teefreunde im Garten viele lohnende Gewächse, zwei möchte ich hervorheben: die Pfefferminze und die Zitronenverbene. 

 

Es gibt kaum eine Pflanzenart, bei der die Verwirrung bei den botanischen Namen so groß ist wie bei den Minzen. Die Englische Pfefferminze, Mentha x piperita "Mitcham", ist die bekannteste aller Pfefferminzen, aber auch andere Sorten (z. B. die in der ehemaligen DDR gezüchtete Multimenthaminze) haben intensives Pfefferminzaroma. Man braucht die Blätter nicht zu trocknen, um den beliebten Pfefferminztee herzustellen, sondern kann sie frisch schneiden. Ein köstliches Getränk für heiße Sommertage erhalten Sie, wenn Sie eine Handvoll Blätter und zwei bis drei Zitronenscheiben in einen Glaskrug mit kaltem Wasser geben und dies einige Stunden stehen lassen. Die "echten" Minzen vermehren sich unterirdisch durch Ausläufer, und wenn sie erst einmal in Ihrem Garten "Fuß" gefasst haben, wuchern sie recht schnell. Deshalb sollten Sie den Platz für Ihre Minzen mit Bedacht wählen.

 

Einen unvergleichlich "zitronig" schmeckenden Tee erhalten Sie, wenn Sie einige Blätter der Zitronenverbene aufbrühen. Mein Exemplar überwintert seit Jahren als Kübelpflanze im ungeheizten Wintergarten, und jedes Frühjahr, wenn ich sie aus dem Winterschlaf hole, mag ich kaum glauben, dass aus diesem sparrigen Etwas jemals wieder etwas Grünes sprießt. Aber spätestens im März fängt die Verbene an zu treiben, und schon Ende April, Anfang Mai, kann man die ersten Blättchen ernten. Jedes Mal, wenn ich die mittlerweile zu einem kleinen Bäumchen herangewachsene Pflanze berühre, umgibt mich ein unwiderstehlicher Zitronenduft. Man muss es einfach erlebt haben! 

 

Für Teetrinker ist es übrigens auch lohnend, einige Duftgeranien (richtig: -Pelargonien) zu kultivieren. Sie kommen ursprünglich aus den Küstenregionen Südafrikas und waren im 18. und 19. Jahrhundert sehr beliebt. Die bekannteren Balkongeranien wurden erst später populär. Das "Parfüm" der Duftgeranien entfaltet sich beim Reiben der Blätter. Sie wachsen an der Fensterbank und im Sommer auch draußen, und ihre Blätter und Blüten duften nach Orange, Pfefferminze, Rosen, Apfel oder Fruchtbonbon. 

 

Ein allseits bekanntes Kraut ist Basilikum, aber die meisten kennen nur die breitblättrige Sorte Genoveser. Wer mal was Neues probieren möchte, kann unter Dutzenden von Sorten wählen: Buschbasilikum, Zitronenbasilikum, Mexikanisches Gewürzbasilikum, rotblättriges Basilikum. Es gibt sogar mehrjährige Sorten, aber ich gestehe, dass meine Überwinterungsversuche bislang keine befriedigenden Ergebnisse erbracht haben. Unverwüstlich und garantiert mehrjährig ist dagegen die Türkische Rauke, eine Staude, deren Blätter einen scharfen Rettichgeschmack haben und die sich gern überall im Garten ausbreitet. Meine vor Jahren einsam am Teich stehende Pflanze hat derart für Nachwuchs gesorgt, dass ich davon "Rettichpesto" machen kann. 

 

Hier das Rezept:

 

Eine bis zwei Handvoll Blätter zerkleinern, mindestens 1 Zehe Knoblauch zerdrücken und untermischen, mit Salz und Pfeffer würzen, nach Belieben geriebenen Parmesan und Pinienkerne dazugeben und mit Olivenöl zu einer gut geschmeidigen Paste verarbeiten. Am besten geht´s mit dem Pürierstab. 

 

Und woher bekomme ich all diese Wunderpflanzen? 

 

werden Sie jetzt vielleicht fragen. Die gebräuchlichen Kräuter (Mittelmeerkräuter, Petersilie pp.) gibt es - teils sogar in unterschiedlichen Sorten - in gut sortierten Gartencentern und in Gärtnereien. Die hier vorgestellten "Exoten" habe ich fast alle bei "Rühlemanns" gekauft, eine Versandgärtnerei, die sich auf Kräuter spezialisiert hat. Nirgends sonst habe ich bislang ein derartig breit gefächertes Angebot gefunden, das noch dazu so ansprechend und fundiert aufbereitet ist. Der Katalog bietet mehr und bessere Informationen als so manches Gartenbuch:

 

Rühlemann´s

Kräuter und Duftpflanzen

Auf dem Berg 2

27367 Horstedt

www.ruehlemanns.de

 

 

 

Viel Spaß beim Stöbern und 

Gärtnern!

 

 

 

 

 

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