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Nicht ärgern - essen!

Warum Unkraut  jäten Spaß machen kann

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Paßt auch in die

Blumenrabatte: Rote

Melde, eigentlich ein

"Unkraut", aber rote 

und auch gelbe

Sorten wurden seit je 

her in den Gärten 

kultiviert.

Verwendung: roh als

farbintensive Salatbei-

gabe oder gedünstet als

Gemüse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blüten der Wegwarte: 

die (bitteren) Blätter 

und die hübschen Blüten 

sind eßbar; die Blüten

schließen sich zum 

Mittag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gartenweg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kräuterweg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Farbe für den Maschendraht:

Trichterwinde

 

 

 

 

Es gibt ein paar Pflanzen, auf die jeder Gärtner mit allergrößtem Vergnügen verzichten könnte, Pflanzen, die wir nicht als Kräuter, sondern als Unkräuter bezeichnen, und ich will nicht verhehlen, daß ich schon über das eine oder andere Gewächs geschimpft habe, das es wagte, mitten durch meine mit Liebe und Bedacht plazierten Blumen oder Kulturkräuter zu wuchern. Der schlimmste Wüterich, den es unter diesen ungebetenen Gästen gibt, ist sicherlich der Giersch, denn ganz gleich, was man mit diesem Kraut auch anstellt, es kommt garantiert wieder - und sprießt allen Ausrottungsversuchen zum Trotz üppiger denn zuvor. Also was tun? 

Der Giersch ist eines von den Unkräutern, die man auch heutzutage noch mit gutem Gewissen "Unkraut" nennen darf. Er ist von unglaublicher Zähigkeit, und wenn man ihn einmal hat, wird man ihn so leicht nicht los. Wer zu fleißigem Jäten rät, ist entweder ein Schalk oder kennt den Giersch nicht, schreibt Jürgen Dahl in seinen Nachrichten aus dem Garten (S. 37). Dem ist nichts hinzuzufügen, aber beim Weiterlesen keimt Hoffnung: Den Giersch regelmäßig zu ernten und aufzuessen, ist da schon ein besserer Rat. Man wird ihn zwar auf diese Weise nicht ausrotten, aber man sieht ihn gleich in einem anderen Licht: als robustes, absolut wartungsfreies und unentwegt nachwachsendes Dauergemüse. 

Stimmt! Ich esse meinen Giersch seit Jahren, und es bekommt mir und meinem Garten bestens. Vor allem im Frühjahr, wenn die ersten Blättchen keimen, sollte man fleißig pflücken! Der Giersch treibt zwar immer wieder nach, aber die "Blattklauerei" macht ihm zumindest so viel zu schaffen, daß die anderen Pflanzen ringsum die Chance haben, sich zu behaupten. Ich stelle sozusagen Chancengleichheit her ... Die jungen Gierschblätter, deren Aroma ein wenig an Petersilie erinnert, kann man unter alle Blattsalate mischen, die älteren ergeben, in Butter und Knoblauch gedünstet und mit Pfeffer und Salz gewürzt, ein wohlschmeckendes Gemüse. 

Nachfolgend drei weitere Rezepte, die Sie vielleicht ein wenig mit Ihrem Unkraut versöhnen:

 

Löwenzahnhonig

Zutaten: 

300 Gramm Löwenzahnblüten

2 Liter Wasser

2 Kilo Zucker

2 ungespritzte Zitronen

 

Zubereitung:

Die Blüten in dem Wasser kurz aufkochen und über Nacht ziehen lassen. Anderntags alles durch ein Sieb gießen, die Blüten dabei ordentlich ausdrücken. Den Blütenauszug wieder aufkochen, Zucker und die in Scheiben geschnittenen Zitronen hinzufügen und alles auf kleinster Flamme ca. 3-4 Stunden köcheln lassen, bis die Masse eingedickt ist. Heiß in Gläser füllen und verschließen. Löwenzahnhonig schmeckt würzig und ist, sorgfältig zubereitet, von echtem Honig kaum zu unterscheiden.

Haltbarkeit: 

Mindestens bis zur nächsten Ernte. 

 

 

 

Gierschreis

 

Zutaten:

250 gr. Reis (1 Tasse pro Person)

1 EL Butter 

1 Liter lauwarmes Wasser

300-400 gr. Giersch (je nach gewünschter Geschmacksintensität)

Salz

 

Zubereitung:

Giersch waschen und sehr fein hacken. Reis kurz in der Pfanne ohne Fett rösten, mit dem lauwarmen Wasser übergießen, salzen und ca. 10 - 15 Minuten köcheln lassen. Wasser abschütten. In einem Topf die Butter zerlassen und den Giersch darin andünsten, Reis hinzufügen auf dem abgeschalteten Herd noch ca. 10 Minuten quellen lassen. 

 

 

 Lassen Sie es sich schmecken! 

 

PS: Wenn Sie Lust haben und eintauchen möchten in einen alten Garten, für den mein Garten Pate stand. Bitte hier.

 

 

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